Ein PCD-Ziehwerkzeug hat einen Kern aus polykristallinem Diamant (PCD, deutsch auch PKD) in einer Stahlfassung. PCD ist deutlich verschleißfester als Hartmetall und deshalb die wirtschaftliche Wahl für lange Serienzüge, hohe Ziehgeschwindigkeiten und NE-Metalle wie Kupfer und Aluminium. Leng legt PCD-Ziehwerkzeuge zur Anwendung aus, spezifiziert Geometrie und Abmessungen und lässt sie bei einem spezialisierten Fertigungspartner herstellen — geprüft und geliefert über Leng.
Auf einen Blick
- Aufbau
- Kern aus polykristallinem Diamant (PCD/PKD) in Stahlfassung
- Geeignet für
- Serienzüge, hohe Ziehgeschwindigkeiten, NE-Metalle wie Kupfer und Aluminium
- Standzeit
- Faktor 10 bis 200 gegenüber Hartmetall — stark prozessabhängig
- Bohrungsbereich
- begrenzt; Verdichter- und Verseilsteine bis ca. 33 mm
- Nacharbeit
- mehrfach nachschneid- und polierbar
- Abwicklung
- Auslegung, Spezifikation und Prüfung bei Leng — Fertigung beim spezialisierten Partner
Wann ist PCD die richtige Lösung?
Die Entscheidung zwischen Hartmetall und PCD ist eine Rechenaufgabe, keine Glaubensfrage. PCD lohnt sich, wenn das Werkzeug im Dauereinsatz läuft und jeder Werkzeugwechsel Stillstand kostet: in Mehrdrahtanlagen, bei hohen Ziehgeschwindigkeiten, beim Ziehen von Kupfer- und Aluminiumdraht. Die Standzeit liegt dann um den Faktor 10 bis 200 über Hartmetall — die große Spanne zeigt, wie stark Ziehgut, Geschwindigkeit und Schmierung das Ergebnis bestimmen. Pauschale Standzeitversprechen sind deshalb unseriös; wir rechnen mit Ihren Prozessdaten.
Hartmetall bleibt die erste Wahl, wenn Flexibilität zählt: bei Stahldraht und Grobzug, bei großen Bohrungen, bei häufig wechselnden Maßen und überall dort, wo ein Werkzeug mehrfach aufs nächste Maß nachgeschliffen werden soll. Details zur Kernkompetenz: Hartmetall-Ziehsteine.
Hartmetall und PCD im Vergleich
| Kriterium | Hartmetall (WC-Co) | PCD |
|---|---|---|
| Typischer Einsatz | Stahl- und Eisendraht, Grobzug, große Bohrungen, Rohr und Stange | Kupfer, Aluminium, hohe Geschwindigkeiten, Serienbetrieb |
| Bohrungsbereich | praktisch unbegrenzt (bei Leng 0,2–150 mm) | begrenzt; Verdichter- und Verseilsteine bis ca. 33 mm |
| Standzeit relativ | Referenz | ca. 10- bis 200-fach, stark prozessabhängig |
| Anschaffungskosten | niedrig | deutlich höher |
| Nacharbeit | mehrfach nachschleifbar, auch aufs nächste Maß | mehrfach nachschneid- und polierbar |
| Verhalten bei Verschleiß | Draht bleibt lange rund | maßstabil bis zur Nacharbeitsgrenze |
Richtwerte aus Fachquellen; die Auslegung im Einzelfall hängt von Ziehgut, Abnahme und Maschine ab. Den ausführlichen Werkstoffvergleich finden Sie im Fachartikel Hartmetall oder PCD?
Werkstoffempfehlung anfragen — nennen Sie Ziehgut, Abmessungen und Ziehgeschwindigkeit: Wir rechnen mit Ihren Prozessdaten und empfehlen Hartmetall, Beschichtung oder PCD ohne Verkaufsdruck in eine Richtung.
Werkzeug anfragenSo entsteht Ihr PCD-Werkzeug
Leng fertigt PCD nicht selbst — und sagt das offen. Die Auslegung bleibt bei uns: Wir analysieren Ziehgut, Ausgangs- und Endmaß, legen Ziehwinkel und Führungslänge fest und spezifizieren das Werkzeug komplett. Gefertigt wird bei einem spezialisierten PCD-Partner. Sie erhalten das Werkzeug über Leng, mit denselben Ansprechpartnern und derselben Prüfung wie bei unseren Hartmetall-Werkzeugen. Für Sie heißt das: eine Anfrage, ein Lieferant, die passende Werkstoffempfehlung ohne Verkaufsdruck in eine Richtung.
Ob PCD, Hartmetall oder eine Beschichtung die wirtschaftlichste Lösung ist, klären wir anhand Ihrer Anwendung — mehr dazu unter Werkzeugauslegung & Ziehfolgen.
Typische Anwendungen
- Kupfer- und Aluminiumdraht in Ein- und Mehrdrahtanlagen, auch bei hohen Ziehgeschwindigkeiten
- Feindrahtziehen mit engen Toleranzen und hohen Oberflächenansprüchen
- Verdichter- und Verseilsteine aus PCD bis ca. 33 mm Bohrung, maßstabil über lange Produktionsstrecken
- Züge, in denen Hartmetall-Werkzeuge auffällig schnell verschleißen — hier lohnt der Werkstoffvergleich
Beim Drahtziehen und in der Kabelfertigung zeigen wir die Einsatzfälle im Prozesskontext.
