Beim Drahtziehen wird Draht durch die konische Bohrung eines Ziehsteins gezogen und dabei auf ein kleineres, exakt definiertes Maß gebracht — nach DIN 8584 ein Zugdruckumformen. Welche Werkzeuggeometrie funktioniert, bestimmt der Drahtwerkstoff: Härte, Verfestigung und Schmierverhalten unterscheiden sich zwischen Stahl, Edelstahl und NE-Metallen erheblich. Leng fertigt Ziehsteine mit Bohrungen von 0,2 bis 150 mm und legt Geometrie und Ziehfolge auf Werkstoff, Abnahme und Maschine aus.
Drahtziehen auf einen Blick
- Typische Werkstoffe
- Stahldraht, Edelstahldraht, Federdraht, Schweißdraht, hochfeste Drähte (Seildraht, Tirecord), NE-Metalle (Kupfer, Aluminium), Spezialdrähte
- Relevante Werkzeuge
- Hartmetall-Ziehsteine, PCD-Ziehwerkzeuge, Schabe- & Schäldüsen
- Entscheidende Faktoren
- Ziehwinkel, Führungslänge, Abnahme pro Zug und Delta-Faktor — verteilt über die Züge als Ziehfolge
- Typische Probleme
- Ringverschleiß (Ziehring), Drahtbruch, Oberflächenfehler, Maßwanderung
- Leng-Leistungen
- Ziehfolgen-Auslegung, Prozessoptimierung, Wiederaufbereitung, Messprotokoll auf Wunsch
Typische Herausforderungen
- Ringverschleiß (Ziehring)Am Erstkontaktpunkt im Ziehkegel entsteht eine ringförmige Vertiefung, deren Verschleiß sich selbst beschleunigt — ein früh nachpolierter Stein hält insgesamt länger.
- DrahtbruchHäufige Werkzeugursache ist eine ungünstige Kombination aus Ziehwinkel und Abnahme (Delta-Faktor über 3) — bis hin zu inneren Anrissen und Zentralbrüchen.
- OberflächenfehlerRiefen im Werkzeug übertragen sich direkt auf den Draht; reißt der Schmierfilm ab, entstehen Blankstellen und Kratzer.
- MaßwanderungIst die Führungszone verschlissen, wandert der Drahtdurchmesser nach oben und die Rundheit leidet.
Drahtziehen anfragen — Werkstoff, Ausgangs- und Endmaß genügen: Wir legen Geometrie und Ziehfolge auf Ihren Zug aus.
Werkzeugfinder startenWorauf es beim Drahtziehen ankommt
Vier Größen entscheiden über einen stabilen Zug: die Maßhaltigkeit des gezogenen Drahtes, seine Oberfläche, die Standzeit des Werkzeugs und die Ruhe des Prozesses. Alle vier hängen an der Werkzeuggeometrie. Die Querschnittsabnahme pro Zug liegt bei feinen Drähten typischerweise bei 15 bis 25 %, bei größeren Abmessungen bei 20 bis 45 % — und die Verteilung dieser Abnahmen über die Züge ist die eigentliche Auslegungsarbeit, die Ziehfolge.
Die Herausforderungen im Detail
Ringverschleiß (Ziehring). Am Erstkontaktpunkt des Drahtes im Ziehkegel entsteht mit der Zeit eine ringförmige Vertiefung. Herausgelöste Partikel wandern mit dem Draht durch die Bohrung und wirken dort als Schleifmittel — der Verschleiß beschleunigt sich selbst. Ein früh nachpolierter Stein hält deshalb insgesamt länger.
Drahtbruch. Häufige Werkzeugursache: eine ungünstige Kombination aus Ziehwinkel und Abnahme (Delta-Faktor über 3). Sie erzeugt überflüssige Umformarbeit im Drahtkern, bis hin zu inneren Anrissen und Zentralbrüchen.
Oberflächenfehler. Riefen im Werkzeug übertragen sich direkt auf den Draht. Reißt der Schmierfilm ab — etwa weil der Einlaufbereich das Schmiermittel nicht mehr fördert —, entstehen Blankstellen und Kratzer.
Maßwanderung. Ist die Führungszone verschlissen, wandert der Drahtdurchmesser nach oben und die Rundheit leidet.
Wenn eines dieser Bilder Ihren Zug beschreibt: Prozessoptimierung — wir analysieren Werkzeug und Anwendung.
Die Werkzeuglösung je Drahtwerkstoff
Stahldraht
Je härter das Ziehgut, desto enger der Ziehwinkel und desto kürzer die Führungslänge (etwa 25 bis 35 % des Werkzeugdurchmessers): weniger Reibungswärme, geringere Gefahr von Schmierfehlern. Für Grobzug und große Abmessungen sind zähere Hartmetallsorten die richtige Wahl, für hochfesten Stahldraht feinkörnige, verschleißfeste Sorten. Bei hochkohlenstoffhaltigem Draht verfestigt das Material über die Züge deutlich — die Ziehfolge muss die Grenze zum Zwischenglühen berücksichtigen.
Edelstahldraht
Edelstahl verfestigt stark und neigt zum Anhaften am Werkzeug. Entscheidend sind eine hochglanzpolierte Bohrung, ein stabiler Schmierfilm und eine Geometrie, die die Umformwärme klein hält. Hartstoff-Beschichtungen können die Standzeit zusätzlich erhöhen — ob sie sich rechnen, hängt von Losgröße und Ziehgeschwindigkeit ab.
Federdraht
Hochfeste Drähte für Federn verlangen enge Toleranzen über lange Produktionsstrecken. Hier zählt die Maßkonstanz der Führungszone; feinkörnige Hartmetallsorten und eine sorgfältige Politur halten den Verschleiß klein. Ein Messprotokoll je Werkzeug liefern wir auf Wunsch mit.
Schweißdraht
Beim Schweißdraht gehört die Oberfläche zur Funktion: Der Draht muss gleichmäßig fördern und sauber abschmelzen. Neben maßhaltigen Ziehsteinen kommen deshalb Schabe- und Schäldüsen zum Einsatz, die Zunder und Fehlschichten vor dem Feinzug spanend entfernen.
Hochfeste Drähte
Seildraht, Tirecord und andere hochfeste Güten verfestigen über die Züge stark und bestrafen jede Auslegungsschwäche mit Drahtbruch. Entscheidend sind eine konservative Abnahmeverteilung mit Delta-Faktor im sicheren Bereich, feinkörnige verschleißfeste Hartmetallsorten und Geometrien, die die Umformwärme klein halten. Bei diesen Drähten rechnet sich die Ziehfolgen-Auslegung doppelt: Jeder vermiedene Drahtbruch spart mehr als das Werkzeug kostet.
NE-Metalle (Kupfer, Aluminium)
Weiche Werkstoffe laufen mit längerer Führung (um 50 % des Werkzeugdurchmessers) und vertragen hohe Ziehgeschwindigkeiten. Genau dort wird der Werkstoffvergleich interessant: In Serienzügen sind PCD-Ziehwerkzeuge trotz höherer Anschaffungskosten oft die wirtschaftlichere Lösung.
Spezialdrähte
Sonderlegierungen, plattierte Drähte, Feindraht: Für Sonderfälle legen wir Werkzeug und Ziehfolge individuell aus — bis hin zu Sonderwerkzeugen nach Zeichnung. Sprechen Sie uns an, bevor Sie einen Kompromiss ziehen.
Entscheidende Parameter (Richtwerte)
| Parameter | Richtwert | Wirkung |
|---|---|---|
| Ziehwinkel (Halbwinkel) | typ. 6–15° | bestimmt Umformzone, Ziehkraft und Schmierfilmaufbau |
| Führungslänge | 25–66 % des Werkzeug-Ø | Maß, Rundheit, Oberfläche; kürzer für harte, länger für weiche Werkstoffe |
| Abnahme pro Zug | fein 15–25 %, grob 20–45 % | Verteilung über die Züge = Ziehfolge |
| Delta-Faktor | optimal ca. 1,5–1,8 | Verhältnis Winkel/Abnahme; über 3 drohen innere Anrisse |
Richtwerte aus Fachquellen und Fertigungspraxis — die verbindliche Auslegung rechnen wir mit unserer Kalkulationssoftware auf Ihren Zug. Die Geometrie im Detail erklärt der Fachartikel Ziehstein-Geometrie.
Passende Leng-Werkzeuge
- Hartmetall-Ziehsteine — das Kernwerkzeug, Bohrungen 0,2–150 mm
- PCD-Ziehwerkzeuge — für Serienzüge und NE-Metalle
- Schabe- & Schäldüsen — blanke Oberflächen vor dem Feinzug
- Wiederaufbereitung — verschlissene Steine aufs nächste Maß
